Karl-Peters-Straße bald rassistenfrei ?
Waller Ortspolitiker
missachten Anwohnervotum –
Name bleibt erhalten,
bezieht sich aber künftig auf einen Strafrechtsreformer

Seit Mai letzten Jahres ist eine mögliche Umbenennung der in Bremen-Walle befindlichen Karl-Peters-Straße in die öffentliche Diskussion gerückt. Stadtteilpolitiker der SPD und der „Grünen“ haben sich an dem verdienten Afrikaforscher und Kolonisten Karl Peters gestört gefühlt und versuchten die Anwohner in einem Brief davon zu überzeugen, dass eben dieser Karl Peters ein böser Rassist sei und man deshalb den Straßennamen ändern müsse. In dem an 187 Haushalte versendeten Brief, begründen die Stadtteilpolitiker ihren Vorstoß mit dem Hinweis, dass Karl Peters (eigentlich Carl Peters) die Bevölkerung der von ihm geschaffenen Kolonie Deutsch-Ostafrika „in übelster Weise behandelt“ habe und er deshalb unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen worden sei. Im Dritten Reich sei er von den damaligen Machthabern jedoch rehabilitiert worden. Der Waller Stadtteilbeirat und das hiesige Ortsamt möchten, so am Ende des Schreibens, den Stadtteil Walle und vor allem die AnwohnerInnen von diesem makelbehafteten Namen „befreien“.
Die äußerst fragwürdige „Befreiung“ von dem Straßennamen wäre allerdings mit hohen Kosten und nervenaufreibender Bürokratie verbunden; denn Personalausweise, Führerscheine und sonstige Dokumente der Anwohner müssten geändert bzw. erneuert werden. Diesen Fall zum Anlass nehmend, verteilten im Sommer letzten Jahres nationale Aktivisten der Bremer NPD und freier nationaler Strukturen Flugblätter in der betroffenen Straße sowie in den ebenfalls von einer Straßenumbennung bedrohten Waller Straßen, der Nachtigalstraße, der Leutweinstraße und dem Leutweinplatz. Die verteilten Flugblätter können hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Kurz
nach der Verteilung der Flugblätter kam es in der Karl-Peters-Straße
zu einer Anwohnerbefragung, dessen Ergebnis für die Initiatoren sehr
ernüchternd gewesen sein muss. So erklärte der Ortsamtsleiter
Hans-Peter Mester, dass es lediglich 18 Zustimmungen, aber 36
Ablehnungen, „teils von drastischen Kommentaren begleitet“
gegeben hat. Die restlichen 133 Befragten, die die Befragung
unbeantwortet ließen, scheinen von dem ganzen Spektakel alles andere
als begeistert zu sein. Einige Anwohner machten uns in Gesprächen
deutlich klar, dass sie von einer Umbenennung ihrer Straße, in der
sie zum Teil schon seit über 60 Jahren wohnen, absolut garnichts
halten.
Nachdem die etablierten Stadtteilpolitiker die deutliche
Ablehnung der Anwohner wahrnehmen mussten, fanden sie nun einen
anderen Weg, das Votum der Anlieger zu umgehen: Der
Name „Karl-Peters-Straße“ bleibt erhalten, bezieht sich jedoch
auf einen gleichnamigen Strafrechtsreformer. Eine Tafel unterhalb des
Straßenschildes soll künftig darauf hinweisen. Die Initiatoren
seien mit der Lösung zufrieden, äußern jedoch ein allgemeines
Bedenken, ob „Basisdemokratie im ortspolitischen Alltag“
überhaupt angebracht sei. In Zukunft will man bei vergleichbaren
Fällen auf eine Anwohnerbeteiligung ganz einfach verzichten und den
Willen der Bewohner missachten. So sieht also das demokratische
Verständnis der etablierten Stadtteilpolitiker aus...

Auch andere Straßen im Bremer Westen sind von einer Umbennung bedroht
Die Umbenennung der Leutweinstraße, des Leutweinplatzes und der Nachtigalstraße in Walle sowie der Togostraße und der Kamerunstraße in Oslebshausen, dürfte wohl auch schon bald, in ähnlicher Weise vollzogen werden.
Wir werden in den nächsten Wochen weiter über dieses Thema berichten und mit verschiedenen Aktionen auf diesen widerlichen Vorgang hinweisen.